Digitale Hilfe für Senioren: Wo es sie gibt und was wirklich hilft

Veröffentlicht am 17. September 2026 · Aktualisiert am 13. Oktober 2026

Ein junger Mann zeigt einer älteren Frau auf dem Sofa einen Videoanruf auf dem Tablet

Fast drei Viertel der Menschen über 65 in Deutschland sind inzwischen online. Vor fünf Jahren war es noch nicht einmal die Hälfte. Das klingt nach einer Erfolgsgeschichte. Und trotzdem bleibt oft ein Rest Unsicherheit: Online sein ist die eine Sache. Sich dabei sicher fühlen eine andere.

Die frische Bitkom-Studie „Senioren 2026“ macht genau das sichtbar. Sie stellt eine Frage, die viele Menschen über 65 betrifft und über die selten offen gesprochen wird: Warum traut man sich oft nicht an neue Geräte heran? Und was hilft wirklich, wenn man es doch tut? Dazu kommt die ganz praktische Frage, wo es digitale Hilfe für Senioren gibt, ob als Kurs in der Nähe oder bei sich zu Hause.

Drei Viertel online, Note 3,2 bei der eigenen Kompetenz

Werfen wir zuerst einen Blick auf die Zahlen. Das zeigt eine repräsentative Befragung von Bitkom Research unter 1.004 Personen ab 65 Jahren: Inzwischen nutzen 74 Prozent das Internet. Vor fünf Jahren waren es nur 48 Prozent.

Der auffälligste Widerspruch steckt woanders. Dieselben Befragten bewerten ihre eigene digitale Kompetenz im Schnitt nur mit der Schulnote 3,2. Man ist also online und fühlt sich gleichzeitig unsicher. Das eine schließt das andere nicht aus.

Online zu sein heißt für die meisten nämlich nicht, sich mit allen Funktionen auszukennen. Wer E‑Mails schreibt und einen Videoanruf entgegennimmt, ist online. Doch sobald ein Fenster aufpoppt, eine App sich anders verhält als sonst oder der Drucker plötzlich streikt, wird aus der gewohnten Sicherheit Verunsicherung.

Warum sich trauen und können so weit auseinanderliegen

Die Note 3,2 hat einen einfachen Grund. Das Problem ist selten mangelnde Fähigkeit. Es ist fast immer eine Frage von Zeit, Geduld und verständlicher Sprache.

Wer mit 20 aufwächst, lernt ein neues Gerät nebenbei, in Ruhe, mit viel Ausprobieren. Wer mit 65 zum ersten Mal ein neues Smartphone in der Hand hält, bekommt ein Gerät, das für junge Menschen gebaut wurde. Die Menüs sind verschachtelt, Fachbegriffe werden vorausgesetzt, und nach fünf Minuten drückt man versehentlich eine Taste, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Dann kommt die Angst, etwas kaputt zu machen, und diese Angst hält viele davon ab, weiterzumachen.

Gleichzeitig sagt die Studie: 81 Prozent der Menschen über 65 sehen die Digitalisierung als Chance für die Gesellschaft, 66 Prozent wünschen sich sogar einen schnelleren digitalen Fortschritt. Wer die Digitalisierung als Chance sieht, lehnt sie nicht grundsätzlich ab. Er braucht nur einen Weg, der nicht überfordert.

Was beim Lernen wirklich hilft

Die gute Nachricht: Es gibt immer mehr Unterstützung, die genau auf diese Unsicherheit zugeschnitten ist. Der Digital-Kompass etwa ist ein bundesweites Netzwerk mit über 300 lokalen Standorten, an denen geschulte Menschen am realen Beispiel erklären, wie ein Videoanruf funktioniert oder wie man eine Nachricht an die Familie schreibt. Ein guter Anfang, vor allem für alle, die gerne zu einem festen Ort gehen oder lieber in der Gruppe lernen.

Der Effekt ist oft größer, als man vorher denkt. Ein Videoanruf mit der Enkelin klingt wie eine Kleinigkeit. Für die Großmutter, die zum ersten Mal dabei zusieht, wie die Familie aus der Ferne vorbeischaut, wird aus dem fremden Gerät in diesem Moment etwas Vertrautes. Genau für diesen Moment lohnt es sich, den Videoanruf mit der Familie einzurichten und sich Zeit dafür zu nehmen.

Ausdrücklich gewünscht: ein Hilfetelefon und mehr Angebote

Was viele unterschätzen: Der Wunsch nach Hilfe ist da, und zwar groß. Fast alle Befragten, nämlich 96 Prozent, wünschen sich laut der Studie ein Unterstützungsangebot, um digitale Fähigkeiten besser zu erlernen. 78 Prozent wünschen sich konkret ein Hilfetelefon für digitale Fragen.

Das zeigt: Die Zurückhaltung vor dem Gerät kommt nicht aus Desinteresse, sondern aus einer fehlenden Brücke. Wer weiß, dass am anderen Ende jemand geduldig erklärt, traut sich eher anzufangen.

Dieselbe Unsicherheit, die beim Lernen im Weg steht, hat auch eine Sicherheitsseite. Wer sich unsicher fühlt, ist anfälliger für Abzocke, etwa wenn eine falsche Nachricht auf WhatsApp zur angeblich neuen Nummer eines Verwandten lockt. Wer Grundlagen kennt, fällt auf solche Maschen seltener herein. Grundwissen schützt also ganz konkret, nicht nur praktisch.

Wo es digitale Hilfe für Senioren gibt

Angebote gibt es mehr, als viele denken. Die Frage ist eher, welche Form zu einem passt.

Wer gern in der Gruppe lernt, ist bei den Standorten des Digital-Kompass gut aufgehoben, über die Suche auf der Website findet man den nächstgelegenen. Viele Volkshochschulen bieten eigene Smartphone- und Tablet-Kurse für Ältere an, und manche Stadtbibliotheken haben feste Digitalsprechstunden, in denen man mit dem eigenen Gerät vorbeikommen kann. Einen guten Überblick über Angebote vor Ort hat oft das Seniorenbüro der Gemeinde oder der Stadt.

Nicht jeder möchte aber zu einem festen Ort gehen oder in der Gruppe lernen. Manche Fragen sind zu persönlich oder zu kurzfristig für einen Kurstermin, andere möchten lieber zu Hause bleiben. Dann hilft es, jemanden zu haben, der einfach vorbeikommt.

Hier setzt die IT-Hilfe von Mein Helfair an: Schüler:innen und Studierende aus der Nachbarschaft kommen zu Ihnen nach Hause und richten zum Beispiel das Smartphone, den Drucker oder das WLAN ein. Sie erklären in Ruhe, so oft Sie möchten, und ohne Fachbegriffe. Ein Videoanruf, eine E‑Mail, ein Foto an die Kinder verschicken – all das lässt sich gemeinsam am eigenen Gerät in die Hand nehmen.

Die Unsicherheit aus der Bitkom-Studie ist weit verbreitet. Der Wunsch nach Hilfe ist es genauso. Den ersten Schritt macht man leichter, wenn man weiß, dass man ihn nicht allein gehen muss. Wer Hilfe im Alltag generell in den Blick nimmt, findet im Beitrag zum Unterschied zwischen Alltagshilfe, Haushaltshilfe und Pflegedienst eine erste Orientierung.

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Quellen

Sven Geisler

Über den Autor

Sven Geisler

Sven Geisler ist bei Mein Helfair für Marketing, IT und CRM zuständig. Er schreibt über die Fragen, die Angehörige und Senior:innen im Alltag wirklich beschäftigen.